Mittwoch, 9. März 2011

FreeNAS als iSCSI Target

Für Demo- und Testzwecke wollte ich mir einen Windows 2008 R2 Cluster mit virtuellen Maschinen einrichten. Dank eines gut ausgestatteten Rechners (64-Bit mit 8GB RAM) und VMware Workstation 7.1.3 sollte das eigentlich möglich sein. Als das größte Problem stellte sich die Einrichtung eines iSCSI Servers heraus, der die shared disks für die Clusterknoten bereitstellt.

Ein sehr interessantes Produkt ist sicherlich iStorageServer von KernSafe. Dieser bietet allerdings in der kostenfreien Version lediglich Zugriff für 1 Verbindung, was für einen Cluster mit 2 Knoten nicht ausreicht. Die 21-Tage Testversion hat diese Einschränkung nicht, aber ich möchte meine Cluster-Konfiguration etwas länger betreiben. 100 US-Dollar hätten das Problem gelöst, doch mir stand der Sinn nach einer kostenfreien Variante.

Die Lösung fand ich schließlich in dem Produkt FreeNAS. Dies funktioniert auf Basis des Unix Derivats FreeBSD und ermöglicht die Einrichtung eines sehr vielseitig konfigurierbaren NAS (network attached storage) Servers. Es beherrscht die Protokolle CIFS (Samba), FTP, NFS, TFTP, AFP, RSYNC, Unison, iSCSI und UPnP. Daher ist die Konfiguration beim ersten Mal nicht gerade einfach, aber dank einer hervorragenden Anleitung von Dinesh Kumar kein Problem.
Was mir besonders positiv auffält: Die Installation ist sehr schlank - die virtuelle Maschine verbraucht gerade mal 1 GB Festplattenplatz und kommt problemos mit 512 MB RAM aus.

Eine Warnung sei allerdings angebracht: Installieren Sie nicht die brandneue Version 8 (Stand 09.03.2011), sondern laden Sie sich die letzte stabile 7er Version herunter! Die 8er Version hat abgesehen von einer neuen Benutzerführung einfach noch zu viele Anzeigeprobleme.

Fazit
Hatte ich mich anfangs dagegen gesträubt, meinen Windows-Zoo auch noch um eine virtuelle Unix-Maschine zu bereichern, gefällt mir diese Lösung nun ganz besonders gut. Schließlich ist das die Realität in vielen Unternehmensnetzwerken - und da praktisch die gesamte NAS Konfiguration über eine Web-Oberfläche durchgeführt wird, fällt das zusätzliche Betriebssystem gar nicht so schwer ins Gewicht.

Jetzt kann ich endlich nach Herzenslust den SQL Server in allen Varianten clustern!