Freitag, 6. September 2013

Vom Ingenieur zum Business-Analysten – ein logischer Schritt

Wenn Ingenieure und andere Spezialisten wie Softwareentwickler oder Datenbankspezialisten 10 Jahre und länger ihre Frau oder ihren Mann stehen, dann verändert sich ihr Berufsbild nach und nach. Einige werden zu Projektmanagern. Schließlich brauchen technische Projekte eine starke Führung und wer könnte das besser leisten als jemand mit Erfahrung und Weitblick?

Doch nicht jeder ist mit der Rolle des Projektmanagers glücklich, sondern möchte lieber weiterhin als "Senior Experte" sein gereiftes Fachwissen in Projekte einbringen, jüngere Kollegen anleiten und ins Team integrieren und darüber hinaus das Projekt mit dem Blick aufs Ganze in den richtigen Bahnen halten. Eine Stärke dieser erfahrenen Spezialisten ist, dass sie den Projektnutzen für das Unternehmen im Auge haben und mit vielen früheren Projekten im Rücken die Schnittstellen eines neuen Projekts zu den bestehenden Strukturen besser verstehen. Aufgrund ihrer Erfahrungen analysieren sie unwillkürlich mögliche Schwachstellen und decken Lücken in den Konzepten auf. So arbeiten Senior Experten als Business-Analysten – unabhängig von ihrem offiziellen Titel. In dieser Rolle sind sie ein wichtiger Erfolgsfaktor für alle Arten von Projekten in Unternehmen weltweit.

Mir ging es genauso. Nach fast 20 Jahren Arbeit als Softwareentwickler und Datenbankspezialist habe ich dann sogar noch herausgefunden, dass es einen Weg gibt, die bereits erworbenen Fähigkeiten ganz systematisch einzusetzen und sich über die eigene Rolle noch besser klar zu werden, ja, dass es sogar möglich ist, mit einem Zertifikat diese Kompetenz zu dokumentieren. Es ist das CBAP® Zertifikat, eine Abkürzung für "Certified Business Analysis Professional". In einem Vorbereitungsseminar der masVenta Business GmbH wurde mir klar, dass ich aufgrund meiner Berufserfahrung bereits über einen Großteil des erforderlichen Wissens verfügte und dass ich viele der prüfungsrelevanten Techniken bereits selbst angewendet hatte. Ähnlich wie ich hatten alle Teilnehmer dieses Seminars ihre Aha-Erlebnisse, als es darum ging, die Wissensgebiete des BABOK®, des "Business Analysis Body of Knowledge", zu erschließen und systematisch aufzubereiten. Insofern liegt der persönliche Gewinn in der Einordnung und gezielten Nutzbarmachung des längst erworbenen Wissens. So kann ich nun in der Rolle des Business Analysten den Projektmanager besser unterstützen und wirkungsvoll dazu beitragen, "meine" IT-Projekte erfolgreich zu machen.

Das BABOK® sieht den Projektmanager und den Business Analysten als starkes Gespann: Der Projektmanager ist für die Termine und das Budget verantwortlich, quasi als Bundeskanzler, Finanz-, Außen- und Verteidigungsminister des Projektes in Personalunion. Der Business Analyst hingegen trägt die Verantwortung für die Inhalte und die Qualität, er ist also so etwas wie der Innen-, Forschungs- und Verkehrsminister des Projekts. Er prüft alle Anforderungen an eine Lösung daraufhin, welchen Nutzen sie dem Unternehmen bringen. Berücksichtigt man die unterschiedlichen Aspekte dieser anspruchsvollen Aufgabe – z.B. die Methodik zum Erfassen der Anforderungen, den Umgang mit Änderungen, die effektive Kommunikation mit den unterschiedlichen Beteiligten – wird schnell klar, dass nur „Seniors“, die selbständiges Arbeiten im Team gewöhnt sind, diesem hohen Anspruch gerecht werden können. 

Wenn Sie sich auch für diesen Entwicklungspfad interessieren, dann ist die erste deutschsprachige Konferenz für Business Analyse und Anforderungsmanagement, die am 11. Oktober in Salzburg stattfindet, der richtige Ort um sich zu orientieren, mit anderen Business Analysten auszutauschen und interessante Vorträge anerkannter Fachleute zu hören. Vielleicht treffen wir uns dort?

www.business-analyse-summit.com