Montag, 9. Juni 2014

SQL Server Data Tools - die Entwicklungsumgebung für Datenbankentwickler

Mit welchen Werkzeugen haben sie bisher Ihre Datenbanktabellen, Views und Stored Procedures erstellt? Die SQL Server Umgebung bot hier bisher nur wenig Unterstützung, so dass Entwicklerteams auf Produkte von Drittanbietern angewiesen waren. Das ändert sich durch die SQL Server Data Tools (SSDT), die Microsoft lizenzkostenfrei anbietet.

"BI or not BI" - Begriffsklärung

Die Namensgebung ist etwas verwirrend, denn wenn Sie bereits mit SQL Server 2012 arbeiten und die Reporting Services, Integration Services oder Analysis Services einsetzen, dann haben Sie bereits "Data Tools" installiert. Diese heißen jetzt zur Unterscheidung mit vollem Namen "SQL Server Data Tools – Business Intelligence" (SSDT-BI). Darüber habe ich bereits in diesem Blogbeitrag geschrieben.

Hier geht es nun um die Server Data Tools (SSDT) für die Entwicklung von Datenbank-Projekten.

Einsatz

SSDT kommt dem Bedürfnis von Projektteams entgegen, Datenbankprojekte genauso wie BI Projekte in Visual Studio zu entwickeln und dabei eine Quellcodeverwaltung (z.B. Team Foundation Server TFS) einzusetzen. Zu diesem Zweck gibt es neben dem Online-Arbeiten, wo Änderungen direkt auf die Datenbankobjekte angewendet werden, die Offline-Projekte, wo Entwickler auch ohne direkte Verbindung zum SQL Server Objekte wie Tabellen etc. modellieren können. Grafische Editoren für Tabellen, Views, Stored Procedures usw. erleichtern und beschleunigen diese Arbeiten sehr.
Darüber hinaus bietet der Schema-Vergleich die Möglichkeit, ALTER-Skripte zu generieren, mit denen beispielsweise der Stand der Produktionsdatenbank auf den der Test-Datenbank gebracht wird - eine ganz wichtige Arbeitserleichterung. Auch für den Vergleich und das Angleichen von Daten in Tabellen gibt es ein Werkzeug. Und beim Überarbeiten umfangreicher SQL-Skripte, zum Beispiel dem Umbenennen einer Tabellenspalte, identifiziert die Funktion "Refactor" alle Referenzen, die in Folge ebenfalls angepasst werden müssen.
Mein erster Eindruck ist, dass hier kein Wunsch offen bleibt und ich bin gespannt, was nach einigen Wochen Projekterfahrung mit SSDT zu ergänzen ist. SSDT unterstützt als Quell- und Zieldatenbanken die SQL Server Versionen 2005 bis 2014 sowie SQL Azure. 

Eindrücke

Die folgenden Bilder geben einen kleinen Eindruck von der Entwicklungsumgebung. Eine anschauliche Schritt-für-Schritt Anleitung stellt Microsoft hier bereit: Dokumentation zu SSDT 
 
Der Schemavergleich zeigt Unterschiede in den Strukturen zweier Datenbanken und generiert ein passendes ALTER Skript.
 
 
Der Datenvergleich zeigt die unterschiedlichen Daten in zwei Tabellen und generiert ein Skript, um die Inhalte anzugleichen.
Der linke Teil zeigt die grafische und die Skript-Darstellung einer Tabelle, während der rechte Teil die Projektstruktur anzeigt.
 

Installation

Die SQL Server Data Tools können Sie hier herunterladen. Es gibt einen Web-Installer sowie ein ISO-Image, das die Installation ohne Internetzugang ermöglicht. Wenn Sie bereits die Professional, Ultimate oder Premium Edition von Visual Studio 2012 installiert haben, dann ist SSDT bereits darin enthalten. Wenn Sie jedoch noch kein Visual Studio 2012 auf dem Computer installiert haben, dann erhalten Sie bei der Installation die Visual Studio 2012 Shell, die keine Unterstützung für die Programmiersprachen wie C# oder Visual Basic bietet.
Die Visual Studio Shell wird übrigens auch bereitgestellt, wenn Sie die SQL Server Data Tools für BI (SSDT-BI) installieren. Wenn Sie SSDT und SSDT-BI installieren, dann integrieren sie sich in dieselbe Visual Studio Shell.
Fazit: Egal, ob Sie eine Vollversion von Visual Studio haben oder nicht, beide Projekttypen integrieren sich in dieselbe Entwicklungsumgebung.

Alle Links auf einen Blick


Download der SSDT
Dokumentation zu SSDT
Übersicht der SQL Server Data Tools